IM SCHATTEN DER ANGST

Doku/TV | Karina Ressler | AT | 1998 | 43 min
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Eine Folge der ORF-Sendereihe „Leib und Seele“ von Karina Ressler. So sicher unsere Gesellschaft zu sein scheint: Angst vor Arbeitslosigkeit, Krankheit, Kriminalität, vor Umweltzerstörung, dem Jahrtausendwechsel, Angst vor Fremden oder schiere Existenzangst prägen den Alltag des modernen Menschen. Ängste erzeugen Depressionen oder drücken sich in Aggressionen aus; sie können aber auch zu Lähmung und Beklemmung führen – und manchmal zu völlig unerwarteten Panikreaktionen, die wie ein Blitz aus heiterem Himmel in den Lebensalltag der Betroffenen einschlagen. Auch wenn selten offen darüber gesprochen wird – krankhafte Angstzustände und psychosomatische Beschwerden, die aus Angst entstehen, sind weit verbreitet: jeder dritte Mann und jede zweite Frau in Österreich leidet unter ihnen. Die Folge „Im Schatten der Angst“ der Sendereihe „Leib und Seele“ spürt unter der Regie von Karina Ressler anhand von Fallbeispielen verschiedenen Typen und Ausprägungsformen von angstbedingten Störungen nach, und lässt Betroffene über ihr Leiden an der Angst, aber auch über die Überwindung und Heilung ihrer Krankheit sprechen. Der Film zeigt therapeutische Ansätze auf, zum Beispiel anhand einer Übung im Rahmen einer Verhaltenstherapie (Konfrontationstherapie), bei der die Patientin ohne Begleitung einen Supermarkt betreten muss (was ihr vorher nicht möglich war) oder etwa im Zuge eines Nachgesprächs zu einer erfolgreich abgeschlossenen Systemischen Therapie. Sozusagen als Stargast unterhält sich Niki Lauda mit dem Moderator Horst Friedrich Mayr, wie er mit Ängsten umgeht und wie er sein Umfalltrauma überwunden hat.. Wir beobachten die jungen Schauspieleleven in den letzten Minuten vor ihrem Auftritt bei der Aufnahmeprüfung ins Reinhard-Seminar und hören buchstäblich mit, wie ihnen vor Angst „das Herz im Halse klopft“, und begleiten die Teilnehmer eines Flugangstseminars bei einem Flug, der ihnen ihre Ängste nehmen soll. Klar zeigt der Film, dass Angst – auch wenn der Betroffenen nicht immer weiß, weshalb sie ihn überkommt – nicht sinnlos ist, sondern ein positives Signal setzt. Oder wie es einer der Therapeuten formuliert: “Angst hat immer auch einen Aufforderungscharakter: die Angst sagt uns nämlich: schau nach, du gehst zu nah am Abgrund (…) schau nach, du lebst zuwenig dein eigenes Leben, schau nach wo wirklich dein Lebensweg hingehen soll.”

Credits

DREHBUCH Dr. Caro Wolm, Werner Mück
REGIE Karina Ressler
KAMERA Peter Freiß
SCHNITT Karina Ressler
MASKENBILD Ulla Stroppa